AWS RDS und Oracle Lizenzen

Beim Launch von RDS-Instanzen gibt es für Microsoft SQL Server und Oracle die Option „Bring your own license“. Bei Microsofts SQL Server kann man in der Enterprise und Standard Edition seine eigene Lizenz mitbringen, bei Oracle  muss man bei allen Editionen außer SE One seine eigene Lizenz mitbringen.

Wieviele Lizenzen muss man dann aber konkret besitzen?

In einer OnPremise-Virtualisierungsumgebung (bspw. auf ESX-Hosts) verlangt Oracle, dass alle physikalischen CPU Kerne der zugrundeliegenden Host-Maschine lizenziert werden, weil es theoretisch möglich ist, dass die Oracle-Instanz alle diese Kerne verwendet. Praktisch muss man also u.U. viel mehr CPU-Kerne lizenzieren, als man tatsächlich benutzt.

In AWS RDS verhält es sich anders. Hier werden die virtuellen CPU-Kerne, die über den Instanztypen provisioniert werden, von Oracle lizenztechnisch wie physikalische CPU-Kerne betrachtet.

Wähle ich also z.B. für meine RDS-Oracle Instanz in einem Single-AZ Deployment den Instanztyp db.m4.xlarge aus, so werden mir 4 vCPU zur Verfügung gestellt und genau so viele Oracle CPU-Lizenzen benötige ich dann auch.

Beim Multi-AZ-Deployment verdoppelt sich die Anzahl der benötigten Lizenzen, auch wenn die zweite Instanz nur als Standby im anderen AZ betrieben wird.

Für Microsoft SQL Server stellt sich die Problematik der physikalischen CPU-Kerne nicht, weil hier von vornherein die Maschine (Standard-Edition) bzw. die vCPU-Kerne (Enterprise-Edition) lizenziert werden. Allerdings gelten für die Verwendung der eigenen Microsoft-Lizenzen in der Cloud die Bestimmungen des License-Mobility-Programms von Microsoft.

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